Die Mensch-Maschine Interaktion - vom Lichtgriffel zur Gestensteuerung - das Ende der Schreibtischdiktatur naht

(Bildquelle: Atari ST Heaven 1989 - Flickr Fotostream von Mobilus In Mobili)
Bis heute bedienen die meisten ihren PC mit einer Tastatur und einer Maus, um irgendwelche Daten in Fenstern in irgendeiner Art zu verändern und darzustellen - ob als Wort, Zahl, Grafik, Ton oder bewegtes Bild. Schaut man sich das obige Bild an, scheint sich bisher kaum etwas geändert zu haben - auch 20 Jahre nach dem Entstehen des Fotos und 36 Jahre nach Entwurf dieser vielkopierten Vorlage durch den Xerox Alto.
Warum eigentlich?
Innovative Ansätze zur Bedienung dieser "Maschinen" schienen bereits in den 1960er Jahren zu entstehen - als Beispiel soll hier der Lichtgriffel und das "computer generated visual display" ab Minute 3:42 in diesem Video herhalten:
(Quelle: Youtube)
Der Lichtgriffel verschwand in der Versenkung der Forschungseinrichtungen und die Maus-Tastatur-Monitor-Kombination wurde als Quasi-Standard etabliert.
Im Jahr 2002 veröffentlichte das "American Journal of Industrial Medicine" eine Studie, nachder die Probanden bereits bei 5-stündiger täglicher Dauerdosis am PC nicht nur körperliche, sondern auch seelische Beeinträchtigungen hinsichtlich der Motivation und Arbeitsfähigkeit an sich feststellten. Inzwischen wurden spezifische Krankheitsbilder zweifelsfrei diagnostiziert, die sich durch die vorwiegend einseitigen Bewegungsabläufe bei der Bedienung herauskristallisierten, wie das RSI-Syndrom. Folgende, nicht unbekannte Zeichnung, zeigt die Evolution des Menschen bis heute, die Aufgabe des aufrechten Ganges...
(Quelle: Sevenload)
Dass die Bedienung der "Maschinen" auch durch natürlichere Bewegungsabläufe bereits technisch möglich wäre, zeigte der vor zwei Jahren entstanden Trailer "Perceptive Pixel" der gleichnamigen Firma.
(Quelle: Youtube)
Parallel dazu entwickelte die Opensource-Gemeinde innovative Ansätze, wie künftg die Bedienoberfläche in einer 3D-Oberfläche visualisiert werden könnte, hier ein Beispiel des Compiz-Desktops unter Debian Lenny 5.0:
(Quelle: Youtube)
Private Hobbytechniker testen in verschiedenen Ansätzen, wie eine Interaktion mit der Benutzerschnittstelle nur durch Gesten der Hände realisiert werden kann. Hier ein Beispiel für einen nur 2 $ teuren Ansatz - äußerst pragmatisch.
(Quelle: Youtube)
Einen sehr ausgereiften und praktikablen Ansatz zur Befreiung vom "Desktop" liefert das MIT Media Lab mit dem "waerable gestural interface". Das Video scheint sehr vielversprechend:
(Quelle: Youtube)
Die Entstehung des Ansatzes erklärt der Erfinder Pranav Mistry in diesem Vortrag sehr verständlich.
Die Kosten für den Nachbau des gezeigten Prototypen betragen nur 350 $, wie auf der offiziellen Projektseite angegeben.
Fazit:
Für eine Befreiung von der Bildschirmknechterei am Schreibtisch und der längst fälligen Beendigung der Sklaverei durch die Tastatur/Maus-Kombi stehen mehrere Alternativen offen, es ist nur eine Frage der Um- und Durchsetzung. Killt Eure Mäuse, steht auf und lernt den aufrechten Gang (erneut)!
Nachtrag:
Wer sich über die Geschichte der Mensch-Maschine-Interaktion tiefergreifend informieren möchte, dem empfehle ich den Podcast auf Chaosradio Express von Tim Pritlove - Ausgabe 131.








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