Gedanken zu Apple iPhone OS 4.0 und dem Werbemarkt

(Quelle: eigene Collage der Apple-Seite für das iPad)
Die einen freuen sich auf das Multitasking, die anderen über die Ordner zum Sortieren der Apps im kommenden OS 4.0 für iPhone und iPad von Apple. Eine unscheinbare Kleinigkeit wird übersehen, aus nur drei Buchstaben bestehend: iAd.
Krieg um den mobilen Werbemarkt
Die Suchmaschine Google generiert den Löwenanteil seiner Einnahmen über das Werbeprogramm Google AdWords, das von der Firma Overture kurzerhand kopiert wurde. Darüber werden auch die zahllosen kostenlosen Angebote wie Google Mail oder Google Maps quersubventioniert. Im Hintergrund bildeten sich unabhängige Spezialfirmen, die nur Werbung für mobile Geräte auslieferten und nun durch die breite Etablierung der surffähigen Endgeräte ordentlich profitierten. Mit der steigende Bedeutung wuchs das Interesse an diesen Marktbereitern, und so entbrannte ein Streit um den mobilen Massenmarkt. An dem Anbieter AdMob hatten Google und Apple Interesse. Die Übernahme durch Google für 750 Mio. $ ist der amerikanische Kartellbehörde eine Untersuchung wert, um eine endgültig marktbeherrschende Stellung zu unterbinden. Förderlich für die Übernahme von AdMob durch Google könnte die Vorstellung der eigenen Werbeplattform iAd von Apple wirken. Hier dürfte Apple die Kompetenzen der zugekauften Firma Quattro Wireless nutzen, die ebenfalls Werbung für mobile Geräte anbietet.
Vorstellung von iAd durch Steve Jobs
Der erfolgreiche Start des iPads und der vermutlich gut laufende Absatz des in naher Zukunft erwarteten iPhones der vierten Generation verbreitert die ohnehin schon enorme Basis, auf der künftig Werbeanzeigen an die potentielle Kundschaft gebracht werden können. Das Modell von iAd sieht vor, Werbung direkt in Apps unterzubringen. Da der Benutzer laut Apple die meiste Zeit in Apps und nicht mit der Suche über den Safari verbringt, entsteht hier ein interessantes Modell für PPC-Marketing. Um genügend Werbefläche von selber entstehen zu lassen, bietet Apple den Entwicklern von iPhone-Apps satte 60% der generierten Werbeeinnahmen. Hier wird ein Premiumsegment mit liquiden Kunden beworben, der Anteil mobiler Endgeräte wird bis 2020 stark steigen und vermutlich die Nutzerzahlen bei PCs einholen.
Fazit:
Apple steigt in den Werbemarkt ein und versucht mit iAd ein ordentliches Stück vom Kuchen auf Googles Riesenteller abzugreifen. Wesentlicher Vorteil von Apple ist, dass sie mit der Integration in die Apps die Werbung besser kanalisieren können, als es der pure Suchschlitz von Google derzeit bietet. Der Suchwerbemaschine fehlt derzeit ein entsprechendes Endgerät, dass es hinsichtlich Usability und Attraktivität mit dem iPhone oder iPad aufnehmen könnte. Android als Plattform wird zu wenig akzeptiert im Markt. Das Ansehen von Google litt durch mehr oder weniger berechtigte Mängel beim Datenschutz - Stichwort Google Buzz oder Streetview. Apple könnte tatsächlich einen Meilenstein in der eigenen Geschichte realisiert haben. Mit dem iPad erreichen sie die Leute auf der Wohnzimmercouch. Im Adaptieren und konsequenten Verbessern existenter Lösungen liegt Apples Stärke. Und diesmal erscheinen sie nicht zu früh am Markt, wie der Apple Newton.








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