Schweinekrise in der Finanzgrippe!
Nachdem jedem geistig halbwegs intakten Menschen klar geworden sein müsste, dass die sogenannte "Schweinegrippe", genau genommen eine Mutation des Influenza Typ A, (zumindest derzeit) nicht annähernd das bisher öffentlich nachgesagte apokalyptische Ausrottungspotenzial erreichte, scheint es so, dass wohl irgendwas oder irgendwer Interesse an der Angstmache hat.
Beginnen wir mit der digitalen Spurensuche...
Die Financial Times Deutschland sieht in der fälschlicherweise so bezeichneten "Schweinegrippe" eine lukrative Seuche, von der vor allem Pharmaunternehmen ordentlich profitieren. Der Artikel nennt gleich Kandidaten:
- Roche
- Novartis
- GlaxoSmithKline
Roche stellt das Grippemedikament Tamiflu her, für das extra eine auf die Zielgruppe ausgerichtete Webseite geschaltet wurde.
(Quelle: tamiflu.com - kranke Mutter mit besorgtem Kind - die PR-Abteilung hat ganze Arbeit geleistet)
Novartis entwickelt ein ähnliches Mittel, während GlaxoSmithKline mit Relenza bereits ein alternatives Grippemedikament bieten kann.

(Quelle: Google Trends)
Der Verlauf und das Volumen der Suchanfragen zeigt einen direkten Zusammenhang untereinander, oder anders gesagt, ohne H1N1 gäbe es vermutlich derzeit auch keine Nachfrage nach Medikamenten wie Tamiflu oder Relenza.
Gehen wir etwas weiter zurück in der Zeit, bereits 2003 trat SARS auf, 2005 die Vogelgrippe. SARS wütete vorwiegend in Asien und hatte den Ursprung in einer in Asien beheimateten Katzenart, der Zibetkatze, die einen bis dahin unbekannte Erreger aus der Gruppe der Coronaviren in sich trug. Die Vogelgrippe erreichte 2006 Deutschland, ein aggressiver Vertreter der A/H5N1-Viren mit Ursprung in Asien.

(Quelle: Google Trends)
Aus der Grafik wird deutlich, wie bei den Ausbrüchen von H5N1 von 2005/2006 und H1N1 Anfang 2009 die Nachfrage nach Tamiflu im Suchvolumen signifikant steigt. Für SARS liefert Google Trends leider keine Daten, da nur Anfragen bis 2004 ausgewertet werden. Erkennbar ist lediglich das abebbende Suchvolumen in 2004.
Die Umsätze der Hersteller von Medizintechnik (Siemens. Philips) , insbesondere von Schutzausrüstung dürften steigen, wie z.B. bei der Firma Top Glove, einem Anbieter von Gummihandschuhen.
(Quelle: Top Glove)
Das freut natürlich Investoren und Börsianer, die offensichtliches Interesse an der Aktie finden, wie man am deutlich gestiegenen Handelsvolumen ab Ende April 2009 erkennen kann.
Die derzeitigen Zahlen zur H1N1-Pandemie reichen nicht annähernd an die normaler Grippeinfektionen heran. Im Winter 2002/2003 starben diesem Bericht zufolge 16.000 Menschen alleine in Deutschland an den Folgen einer Influenza. In einer "normalen" Grippesaison überleben 5.000 - 8.000 Menschen die Virenattacke nicht. Die Zahlen zur "Schweinegrippe" zeigt uns WolframAlpha:
(Quelle: WolframAlpha - 81 Tote weltweit bis zum 20.05.09)
Besonders mißtrauische Zeitgenossen vermuten angesichts der Zahlen nun hinter dem Ganzen eine riesige Verschwörung, wie z.B. der Klarseher.
Zitat:
"Die Beweise sind klar zu sehen: das Schweinegrippevirus heißt offiziell A/H1N1. Und A=1, H=8, N=14, wir erhalten also:
1 + (8 x 1) + (14 x 1) = 23, die Quersumme ist 5!
Die Eliten machen sich über euch lustig, und ihr merkt es nicht!"
Klingt nicht wirklich plausibel und soweit wollen wir gar nicht gehen. Zumindest die Schweine beteuern ihre Unschuld per Videobotschaft:
(Quelle: Youtube)
Einige Menschen sehen nicht tatenlos zu und formieren sich zaghaft in ersten Widerstandsgruppen - z.B. die Swine Flu Fighters:
(Quelle: Youtube)
Aber im mal im Ernst, Wir fürchten uns mehr vor der Unsicherheit als vor der Gefahr titelt ein Interview mit dem Risikoforscher Prof. Ortwin Renn beim Deutschlandfunk. Der Titel ist ein Zitat von Bertrand Russel (Logiker und Sozialkritiker), das damit den Kern der Problematik trifft. Die Medien schüren die Angst und Unsicherheit, weil es die nötige Quote bringt.
(Quelle: Youtube)
Nostradamus darf in der Auflistung hilf- und sinnloser Erklärungsversuche nicht fehlen:
(Quelle: Bild-Zeitung)
Die Pharmaunternehmen und Zulieferer freuen sich über das zusätzliche Geschäft und schalten munter passende Google AdWords-Kampagnen zum Abverkauf des Sortiments:
Insofern lautet mein trockenes Fazit zum Thema "Schweinegrippe":
INFLUENZA - A BUSINESS THAT PAYS...
Was kommt als nächstes, nach SARS, Vogel- und Schweinegrippe?
Hier ein paar Vorschläge, über die wir vielleicht in 5-6 Jahren diskutieren werden:
- Hunde-Hantaviren
- Fischgrippe
- Rattenseuche
- Katzenkeuchhusten
- Mücken-FSME
- Häschen-Diarrhö
- Lämmer-TBC
- Schäfchen-SARS II
- H2O-KO-PF
... to be continued









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